Aufruhr im Gemeindebau
Mieter sind bestürzt über die Vorgangsweise der Gemeinde
Nicht nach Plan verlauft der Beginn der Sanierung der Wohnhausanlage der Gemeinde Perchtoldsdorf in der Wiener Gasse 124 – 126. 2007 wurde diese Wohnhausanlage von der Gemeinde Wien angekauft und sollte an die Wohnungsgenossenschaft „Austria“ weiterverkauft werden. Aus diesem Verkauf wurde aber bis jetzt nichts, denn die Genossenschaft unterschrieb die vom Gemeinderat beschlossenen Verträge nicht. Nun wurde ein neuer Anlauf genommen und mit der Genossenschaft „WET“, die in enger Verbindung zur „Austria“ steht, Verhandlungen aufgenommen. Am 21. Juli beschloss der Gemeindevorstand die Auflage einer Bebauungsänderung, die eine Vergrößerung der Zahl der Wohnungen ermöglichen sollte.
Weitere Bedingungen betreffend Sanierung, Kosten und Vergabe wurden noch nicht festgelegt, lediglich dass die neuen Wohnungen vor allem an jüngere BürgerInnen vergeben werden sollen. Auch über den neuen Verkaufspreis – für die Anlage hat die Gemeinde € 780.000,-- bezahlt – wurde noch nicht diskutiert. Immerhin wird der Wert der Anlage durch die geplante Neuwidmung deutlich erhöht.
Die Mieter der Anlage, denen vor zwei Jahren eine moderate Sanierung (Wärmedämmung und Zusammenlegung) zugesagt wurde, reagierten empört, als sie vor wenigen Tagen von Herrn der Genossenschaft mit einem Formular konfrontiert wurden und sie aufgefordert wurden, dieses sofort zu unterschreiben. Inhalt war ihr Einverständnis für die Übersiedlung in eine Ersatzwohnung und danach in eine neue Wohnung. Zu Recht fordern die Mieter die Möglichkeit sich selbst zu informieren, aber auch schriftliche Zusagen betreffend der Abgeltung Ihres Aufwandes und der neuen Miete. Darüber hinaus wollen manche gar nicht übersiedeln, weil sie ihre Wohnungen im Glauben an Versprechen der Gemeinde in den letzten zwei Jahren saniert haben.
Für die SPÖ, die sich zum sozialen Wohnbau bekennt, besteht die Lösung darin, dass man derzeit keine weitere Maßnahmen betreffend bestehender Mietrechte setzt, sondern die Bedingungen für die Mieter schriftlich formuliert und beschließen lässt. Darüber hinaus sollte nach Möglichkeit die Planung so gestaltetwerden, dass die Mieter, deren Wohnungen einen zeitgemäßen Standard haben, in der Wohnung bleiben können und der Umweg über eine Ersatwohnung vermieden wird.
Die Gemeinde hat schon mehrere derartige Renovierungen durch geführt, aber keine wurde so wenig professionell begonnen wie diese.