Zukunft des Waldsanatoriums ist jetzt ungewiss!

 

Nachdem DDr. Wagner nach lauter Kritik an der Führung seines Hauses in Perchtoldsdorf das Handtuch wirft und sich aus der Leitung aller seiner Häuser zurückzieht, ist die Zukunft des Standortes Perchtoldsdorf ungewiss.

Am 16.August 2011 soll der Rücktritt bekanntgegeben werden. Es wird sicher einige Zeit dauern, bis das Perchtoldsdorfer Waldsanatorium wieder voll ausgebucht sein wird. Klagen über das Perchtoldsdorfer Haus gibt es von Patienten und auch vom Personal. In den Medien waren in den letzten Monaten nur mehr negative Nachrichten zu lesen.

Nachdem die Pensionsversicheranstalt nach Kontrolle die Zuweisung von Patienten eingestellt hat. kämpfte das Sanatorium mit seiner Unterbelegung.

Betroffen ist auch die Marktgemeinde Perchtoldsdorf. Hat sie doch in der Hoffnung auf Einnahmen durch die Kommunalsteuer eine großzügige Umwidmung beschlossen. Die Einnahmen blieben weit unter den Erwartungen.

Sanatorium – Probleme ohne Ende

Mitarbeiter des Waldsanatoriums warten auf ihr Juni-Gehalt. Auch Gemeinde hat finanzielle Verluste.

 

Wie die Online-Zeitung www.mein-perchtoldsdorf.at meldet, waren am 4. Juli die Juni-Gehälter der Mitarbeiter des Waldsanatoriums noch nicht auf deren Gehaltskonten. Diese Aussage wird auch von Walter Ruzek von der Arbeiterkammer Mödling bestätigt. 10 Anrufer wären es gewesen, meint er, dabei auch solche, die das Geld dringend brauchen würden, weil verschieden Zahlungen (Mieten, Versicherungen) mit Monatsbeginn fällig gestellt werden.

 

Auch die Gemeinde Perchtoldsdorf erleidet finanziellen Schaden durch die Personalprobleme im Waldsanatorium. Für die Marktgemeinde Perchtoldsdorf sind die Einnahmen aus der Kommunalsteuer weit geringer als ursprünglich geplant. In den Niederösterreichischen Nachrichten vom 28. Mai 2008 spricht Bürgermeister Schuster noch von „bis zu 180 Arbeitsplätzen, die nicht von der Hand zu weisen sind“. Derzeit sind ca. 90 Mitarbeiter beschäftigt, da ja nur die Orthopädiebetten belegt sind.

Für die Gemeinde ist das eine Enttäuschung, weil ja entsprechende Umwidmungen nur im Hinblick auf die zu erwartenden zusätzlichen Einnahmen eine große Mehrheit gefunden haben.

Waldsanatorium und seine Probleme in der Fernsehsendung Report!

Patienten klagen über mangelhafte Behandlung, Mitarbeiter über Fehler bei der Lohnabrechnung und der Betreiber über die Arbeiterkammer.

 

Noch im Jahre 2008 freute sich Bürgermeister Schuster über 180 Arbeitsplätze, die durch die Errichtung des Waldsanatoriums geschaffen werden. Nun sind es bedeutend weniger und etliche Mitarbeiter mussten sich bei der  Arbeiterkammer Mödling Hilfe für die Durchsetzung berechtigter Forderungen holen.

Im März dieses Jahres hatte alles begonnen. Unzufriedene Mitarbeiter vertrauten sich aus Furcht vor Folgen anonym den Medien an.

Rasch reagierte die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) auf die Vorwürfe und führte eine unangekündigte Kontrolle durch, die aber – so wurde von Mitarbeitern behauptet – schon am Vortag bekannt gewesen sein dürfte. Trotzdem verhängte die PVA einen Zuweisungsstopp, der aber teilweise wieder aufgehoben wurde. Orthopädische Patienten werden behandelt, neurologische nicht.

Der Streit zwischen Arbeiterkammer und dem Waldsanatorium geht aber weiter. Über Behauptungen des Betreibers DDr. Wagner, „die Mödlinger Arbeiterkammer führe die Öffentlichkeit bewusst irre“, kann sich Walter Ruzek von der AK nur wundern. 16 abgeschickte eingeschriebene Briefe betreffend Probleme von 16 Mitarbeitern sprechen eine deutliche Sprache und eine Klage wegen fehlender Endabrechnung wurde beim Arbeitsgericht auch schon eingereicht.

Waldsanatorium

Beschwerden von Patienten und Personal

Nicht einmal ein Jahr nach der feierlichen Eröffnung – 2. Juli 2010 – steht das Perchtoldsdorfer Waldsanatorium in den Schlagzeilen vieler regionaler Medien. Grund dafür sind zahlreiche Beschwerden von Patienten, die sich schlecht und mangelhaft betreut fühlten. Aber auch Mängel in der Reinigung und Hygiene wurden von den Patienten festgestellt.

Der Betreiber der Heilstätte DDr. Wagner ist wohl um Aufklärung bemüht, wird aber auch an einer anderen Front mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Das Personal plant mit Unterstützung der Arbeiterkammer eine Klage gegen das Therapiezentrum. Die Vorwürfe sind massiv und sprechen von überaus geringer Bezahlung, unbezahlte Überstunden und schwierigen Arbeitsbedingungen wegen Personalmangel.

Rasch reagiert hat die Pensionsversicheranstalt und nach einer ersten Kontrolle werden keine Patienten mehr nach Perchtoldsdorf geschickt. Die Beschwerden von Patienten werden bestätigt, wurde doch unter anderem festgestellt, dass es tatsächlich zu wenig Therapeuten gibt, sodass etliche verordnete Therapien nicht durch geführt wurden. Eine Überprüfung, ob nicht gehaltene Therapien auch verrechnet wurden, läuft derzeit.

Stärke möchte jetzt die Arbeiterkammer Niederösterreich zeigen. Mit dem Hinweis auf die überaus schlechten Arbeitsbedingungen und die geringe Bezahlung fordert Präsident Hermann Haneder eine Überprüfung aller privaten Kuranstalten. Und Walter Ruzek, Rechtsreferent der Bezirkstelle Mödling der Arbeiterkammer, ist bereit auch gerichtlich vorzugehen, wenn es keine Einigung gibt.

Waldsanatorium eröffnet

Am 2. Juli 2010 wurde das „Waldsanatorium“ seiner Bestimmung übergeben. Betreiber DDr. Stephan Wagner freut sich, dass nach 19 Monaten Umbauzeit eine neurologische und orthopädische Rehabilitationsklinik mit 159 Zimmern entstanden ist. Die Gemeinde freut sich, schafft doch das neue Gesundheitszentrum an die 100 Arbeitsplätze und damit zusätzliche Einnahmen für die angegriffene Gemeindekassa. Und die Gastronomie freut sich auch, hofft sie doch auf den Besuch der vielen Bewohner des Sanatoriums. Alles in allem eine Erfolgsgeschichte.

Waldsanatorium Perchtoldsdorf

Am 15. Oktober 2009 war es soweit. Die Renovierung des Perchtoldsdorfer Waldsanatoriums und der Zubau von drei Neubautrakten hatten die Phase der Gleichenfeier erreicht. Damit geht die Errichtung des Sanatoriums in die Endphase, mit einer Eröffnung ist in der ersten Jahreshälfte des nächsten Jahres zu rechnen.

Vor mehr als 100 Jahren ließ der Perchtoldsdorfer Gemeindearzt Dr. Emanuel Gorlitzer auf dem Gelände zwischen Dr.-Gorlitzer Gasse, Sonnbergstraße und Waldmühlgasse ein Erholungs- und Kurheim errichten. 1925/26 wurde das inzwischen zum Nobelsanatorium gewordene Gebäude adaptiert und um ein zusätzliches Stockwerk erweitert.

Die Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren führte auch das Sanatorium in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Während des Zweiten Weltkrieges  und in der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde es als Lazarett genutzt.

Ab den 50er Jahren wurde es von der Wiener  Gebietskrankenkasse als Kurheim verwendet. Zu Beginn der 90er Jahre wurde der Betrieb eingestellt und suchte die Gebietskrankenkasse einen Käufer.

Um die Jahrtausendwende kam wieder Bewegung in die Diskussion um die Revitalisierung des Hauses. Manche Pläne (z.B. Hotel mit 60 m Höhe) forderten eine Umwidmung, die aber von der Gemeinde abgelehnt wurde. Auch eine Seniorenresidenz, eine Drogen- und Aidsstation waren im Gespräch, scheiterten aber aus den verschiedensten Gründen.

Doch 2005 wurde der Weg für eine Revitalisierung geebnet. Am 29. September 2005 wurde ein Vertrag zwischen der MGP und der Waldsanatorium GmbH geschlossen, der die Sanierung und Erweiterung ermöglichte, aber auch die einzigartige Lage am Rande der Heide sicherte und schützte.

Wenn das Haus im Frühjahr 2010 fertig gestellt sein wird, dann werden 159 Zimmer in dem um 35 Millionen Euro errichteten neurologischen und orthopädischen Rehabilitationszentrum zur Verfügung stehen. Mehr als 100 neue Arbeitsplätze werden geschaffen, diese werden sich auch auf die Kommunalsteuereinnahmen der MGP positiv auswirken.