Perchtoldsdorf
Plus 20 Prozent bei Gebühren
Ein hartes Sparprogramm wurde gestern Abend im Perchtoldsdorfer Gemeinderat beschlossen: Die Gebühren für Müllentsorgung, Abwasser, Wasser und Friedhof werden ebenso um rund 20 Prozent angehoben wie die Eintrittspreise im Erholungszentrum (Frei- und Hallenbad). Eine Fahrt mit dem P`Taxi wird sogar um 60 Prozent teurer.
"Alles, was nur möglich ist, wird erhöht", kritisiert SP-Chef Anton Plessl. Für ihn ist die Schuldenpolitik der ÖVP der Auslöser. Und: "Während am Wochenende um den 26. Juni die renovierte Burg und der neue Festsaal feierlich eröffnet werden, werden die Bürger nur wenige Tage später dafür kräftig zur Kasse gebeten."
Im Konkreten erhöht sich eine Citytaxi-Fahrt von zweieinhalb auf vier Euro. Teurer wird auch das Sterben, denn die Beerdigungsgebühr soll von 200 auf 360 Euro steigen, sagt Plessl. Der vor allem die Erhöhungen bei Wasser und Kanal anprangert: "Dort wurden satte Überschüsse erwirtschaftet."
Notwendig
Für die ÖVP sind die Erhöhungen notwendig und durch die Wirtschaftskrise verursacht: So gibt es allein heuer 1,8 Millionen Euro weniger an Ertragsanteilen und 25 Prozent mehr an Beiträgen der Gemeinde für Sozialleistungen und Krankenanstalten. Früher kamen aus den (mittlerweile untersagten) Radarmessungen jährlich auch noch 700.000 Euro.
Eine Anpassung der Müllgebühren sei nach sieben Jahren ohne Erhöhungen notwendig gewesen, argumentiert Wirtschaftshof-Referent Franz Nigl. Und mit den neuen Preisen liege man im Vergleich noch immer günstig: So zahlten Wiener für den Kubikmeter Wasser 1,30 Euro, die Perchtoldsdorfer nach der Erhöhung aber "nur" 1,28 Euro. Alleine die Inflationsrate der letzten Jahre rechtfertige ein Plus von 12 bis 15 Prozent.
Die Großprojekte Burg und Mehrzweckhalle (wird diesen Freitag eröffnet) hätten damit nichts zu tun. Es sei ein "Glück im Unglück" gewesen, dass man noch vor der Wirtschaftskrise zehn Millionen Euro Unterstützung von Land NÖ und Partnern aus der Wirtschaft erhalten hat. "Wir haben bereits bei Politikerbezügen und der Verwaltung eingespart. Auch die Subventionen müssen gekürzt werden. Derzeit geht leider nichts", meint Bürgermeister Martin Schuster (VP).